Sonntag, 16. März 2008

und langsam verblasst alles. Eine Art von grauem Nebel legt sich über die eigene Welt. Die Augen werden trüb, man sieht die Erinnerungen nicht mehr so, wie sie einmal waren. Das Lächeln im Gesicht. Die strahlenden Augen. Die Umarmungen. Alles wird von Zeit überzogen. Zwar stimmt es, was das Sprichwort sagt. Die Zeit mag alle Wunden heilen. Irgendwann. Aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.
Und so sehr man sich auch wünscht, die Augen würden sich endlich vollkommen schließen, der Nebel würde dichter werden und die Zeit stillstehen bleiben, sodass man nur noch den Moment genießen kann, so sehr will man auch die Erinnerungen zurück, so sehr will man es noch einmal erleben und danach immer wieder und nie mehr loslassen, denn wenn man loslässt, dann gehen sie.. und mit ihnen das Gefühl, etwas wert zu sein, das Gefühl, am Leben zu sein.
Wie in dem Film "lost & delirious". Es gibt ein Zitat, das mich damals schon sehr beeindruckt hat. Denn es ist die pure Wahrheit. "Begehren ist wie auf einen Berg steigen. Und wenn man liebt, wenn man die Liebe im Herzen hält, steht man auf dem Gipfel und man bewegt sich nicht mehr weiter - denn wenn man sich bewegt, dann fällt man. Man fällt."
Wir sind damals gefallen. Steil den Berg hinab, mit vielen Kanten und Spitzen. Der Aufstieg ist mühsam.
Viele schaffen ihn nicht mehr. Viele verlieren die Erinnerung daran, wie es auf dem Gipfel ist. Wie weit man sehen kann.
Unten im Tal ist nur Nebel. Er verdeckt. Er begräbt.
Er begräbt das eine Leben, das man nur zu zweit leben kann. Und weil die Zweisamkeit zerrissen wurde, lebt man jetzt allein.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

*knuddel*